GuoLin-Qigong

Entwicklung des GuoLin-Qigong

Das GuoLin-Qigong ist eine Gehübung, die sich insbesondere bei Krebserkrankungen als sehr wirkungsvoll erweist und in freier Natur praktiziert wird. Sie besteht aus drei Gehübungen, die vormittags geübt werden und drei sog. Punktübungen für den Nachmittag bzw. Abend. Zu den Übungen gehört die sog. Windatmung, die das Zwerchfell aktiviert und für eine verbesserte Sauerstoffaufnahme sorgt.
Entwickelt wurde dieses „Neue Qigong“ von Frau Guo Lin, einer chinesischen Malerin, die schwer an Unterleibskrebs erkrankt war, nach vielen Operationen von ihren Ärzten aufgegeben wurde und sich dann an ihre Kenntnisse des daoistischen Qigongs erinnerte und sie für sich zu nutzen begann. Die genaue Beobachtung der Wirkungsweisen der einzelnen Qigong-Elemente half ihr, verschiedene Übungen zu kombinieren, sie um die als gefährlich geltende „Windatmung“ zu erweitern und so eine Übungsfolge zu entwickeln, mit deren Hilfe sie selbst ihre Krebserkrankung nach 1 ½ Jahren täglichen Praktizierens vollständig ausheilen konnte. In der Folge unterrichtete sie viele Krebspatienten und wurde beliebt und bekannt. Das Guo-Lin-Qigong (in China „Neues Qigong“ genannt) verbreitete sich schnell. Frau Guo Lin starb 1978, 38 Jahre später, an einem Schlaganfall, der Krebs kehrte nie wieder zurück. Seit 1984 wird das „Neue Qigong“ wissenschaftlich untersucht. Zahlreiche Studien belegen die hohe Wirksamkeit bei Krebserkrankungen, so dass die Übung in die Liste der medizinischen Qigong-Übungen aufgenommen wurde. Sie gilt als die bisher einzig ausreichend erforschte, überprüfte und empfohlene Qigong-Übung bei Tumorerkrankungen überhaupt.

Wirkungsweise des GuoLin-Qigong

Allgemein kann man sagen, dass das GuoLin-Qigong den Fluss des Qi (der Lebensenergie) reguliert, negatives Qi ausleitet (Krebs heißt chinesisch übersetzt „giftiger Körper“) und positives Qi aufnimmt. Gleichzeitig hilft die Windatmung durch eine verstärkte Bewegung des Zwerchfells bei der Einatmung die Lungenkapazität zu erhöhen und so ein Vielfaches an Sauerstoff aufzunehmen. Dadurch wird der Organismus bis in den Kapillarkreislauf besser mit Sauerstoff versorgt und die Entgiftung parallel dazu angeregt. Mit jedem Bewegungsablauf werden verschiedene Akupunkturpunkte und ihre Funktionskreise stimuliert und ihre medizinische Funktion angeregt. Es werden einzelne Organe durch die besondere Form des Gehens und Atmens „massiert“ und in ihrer Arbeit unterstützt. Der Lymphkreislauf wird ebenfalls angeregt und hilft zusätzlich bei der Entgiftung.

In den bisher durchgeführten Studien konnte gezeigt werden, dass die Aufnahme von Sauerstoff durch regelmäßiges Üben erheblich verbessert wird. Westliche Studien konnten belegen, dass Sauerstoffmangel ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Krebs ist und dass Tumore umso aggressiver werden, schneller wachsen und sich ausbreiten, je weniger sie mit Sauerstoff versorgt sind. Ferner fand man, dass bei Tumoren, die eine gute Sauerstoffversorgung hatten, die Chemotherapie oder Strahlenbehandlung weitaus wirkungsvoller waren, als bei Tumoren bei denen eine „Unterversorgung“ mit Sauerstoff bestand. Sauerstoffmangel hat also direkten Einfluß auf die Wirksamkeit einer Chemotherapie. Das gleiche gilt für Gamma- und Röntgenstrahlen. Für die Bestrahlung eines Tumorgewebes, in dem ein Sauerstoffmangel herrscht, wird die dreifach höhere Bestrahlungsdosis benötigt.

Der Nierenfunktionskreis ist aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin u.a. für das Immunsystem, das Gehirn und das Knochenmark verantwortlich. Die Aktivierung dieses Systems durch die Gehübungen beeinflusst das Immunsystem und die Blutbildung positiv. So normalisieren sich die roten und weißen Blutkörperchen, die häufig nicht nur durch den Tumor, sondern auch durch die Behandlung reduziert sind. Auch die Immunzellen werden gestärkt, so dass es im Verlauf der Übung zum Rückgang der Tumor-Marker kommen kann.

Die Verbesserung der Funktion des Kapillarkreislaufs erfolgt sowohl durch die spezielle Atemtechnik und der damit verbundenen erhöhten Aufnahme von Sauerstoff als auch durch die größere Versorgung der für das Blut und die Gefäße zuständigen Funktionskreise mit Qi und Sauerstoff. Die Zunahme der Durchblutung der kleinsten Gefäße gewährleistet eine bessere Versorgung der Gewebe mit Sauerstoff und die gleichzeitig erhöhte Entgiftung, welche ebenfalls durch die Anregung der Lymphtätigkeit unterstützt wird.

In der chinesischen Medizin werden den verschiedenen Funktionskreisen oder Organpaaren bestimmte Emotionen zugeordnet (beispielsweise dem Leber-Gallenblasen-Funktionskreis der Ärger, die Wut; dem Magen-Milz-Funktionskreis das Grübeln und Sich-Sorgen-Machen). Das regelmäßige Üben bringt zum einen Ruhe in die Emotionen. Zum anderen werden durch die harmonischen Bewegungen die einzelnen Organe „massiert“ und so werden die mit diesen Organen vergesellschafteten Emotionen mit bewegt, erlebbar und einer bewussteren Auseinandersetzung zugänglich.

Ganz wesentlich ist die Verbesserung des Allgemeinbefindens. Die Patienten fühlen sich meist schon nach relativ kurzer Zeit des Übens deutlich wohler, leistungsfähiger, weniger erschöpft und mehr bei sich. Schlaf und Appetit verbessern sich und das Gefühl, selbst aktiv sein zu können, hilft über psycho-neuro-immunologische Faktoren das Immunsystem zu unterstützen und zur Gesundung beizutragen. Durch die erhöhte Sauerstoffaufnahme werden konventionelle Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie besser vertragen.

Krebs ist die Folge eines langjährigen Prozesses, von vielen Faktoren ausgelöst und abhängig und daher multifaktoriell. Dabei gilt es bewusst zu halten, dass Krebszellen körpereigene Zellen sind, die sich zwar vermehren und dadurch bedrohlich werden, die aber auch zum Stillstand und zur Rückbildung gebracht werden können. Der Prozeß ist also auch umkehrbar – ein Baustein auf diesem Weg ist das GuoLin-Qigong.

Zur Beachtung:
Hinter den einzelnen Übungen verbirgt sich ein komplexes medizinisches Wissen sowohl aus der chinesischen als auch der westlichen Medizin, daher muß mit dieser Übung sorgfältig und verantwortungsvoll umgegangen werden. Lassen Sie sich bitte das GuoLin-Qigong nur von in dieser Disziplin ausgebildeten Therapeuten beibringen! Es könnte sein, dass Sie zwar Geld sparen, aber aufgrund ungenauer Techniken keine Wirkung erzielen und sich schlimmstenfalls sogar schaden.

Ausführlicher Artikel zum GuoLin-Qigong zu lesen in: Diegelmann/Isermann (Hrsg.) (2009) Ressourcenorientierte Psychoonkologie. Stuttgart: Kohlhammer

Allgemeines:
Wenn Sie sich ausreichend informiert und entschieden haben, das Guolin-Qigong erlernen zu wollen, dann möchte ich Sie bitten, telefonisch einen Termin zu einem Erstgespräch auszumachen. Dieses Anamnesegespräch ist notwendig, um Sie und Ihr Beschwerdebild kennen zu lernen, eine Einschätzung Ihres Gesundheitszustandes zu erhalten und damit die Planung der Kurstermine vornehmen zu können. Neben der Erhebung der medizinischen und körperlichen Daten schaue ich mir auch die Zunge an, um daraus weitere Informationen über ihren energetischen Zustand im Sinne der Fünf-Elemente-Lehre zu erhalten. Dieses Erstgespräch dauert in der Regel eine Stunde und wird gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) liquidiert.

Der Kurs selbst umfasst 6-7 Kurseinheiten und dauert pro Kurseinheit 1-1,5 Stunden. Die Kurstage verteilen sich über einen längeren Zeitraum, der individuell abgesprochen werden kann. Es ist sinnvoll, alle 2-3 Wochen den nächsten Termin zu vereinbaren, damit das bisher Erlernte und Geübte kontrolliert und rechtzeitig korrigiert werden kann, um erst dann mit dem neuen Teil der Übung fortzufahren.
Nachdem Sie die Übung erlernt haben, üben Sie selbständig in Ihrer Umgebung. Ratsam ist es, nach 2-3 Monaten einen Kontrolltermin zu vereinbaren, um kleinere Fehler noch einmal zu beseitigen, bevor Sie dann ganz „von der langen Leine“ losgelassen werden.
Bei Bedarf können natürlich frühere und/oder weitere Kontroll- und Korrekturtermine eingerichtet werden, die aber dann nicht in der Kursgebühr enthalten sind.

Bitte kommen Sie in bequemer und dem Wetter angepasster Kleidung, geübt wird im Park am Lietzensee, bei Bedarf können Sie sich etwas Leichtes zu essen und zu trinken mitbringen.

Die Kosten für den Kurs erfragen Sie bitte telefonisch.

Im Rahmen von Präventionsmaßnahmen werden allg. für Qigong-Kurse bis zu 120,- Euro pro Jahr übernommen. Sprechen Sie bitte mit Ihrer Kasse und fragen nach den jeweiligen Modalitäten. Einige Pat. berichteten mir, dass sie den Kurs komplett erstattet bekommen haben. Am Ende des Kurses erhalten Sie von mir eine Teilnahme-Bescheinigung, die Sie zusammen mit der Rechnung bei der Krankenkasse einreichen können.