Meridianregulation

Die von mir als Meridianregulation bezeichnete Behandlung heißt im Chinesischen Dao Yin An Qiao und ist die älteste Form der Akupunktur. Sie wird bereits im „Gelben Kaiser“ (eines der wichtigsten Bücher in der Chinesischen Medizin; vollständiger Titel dieses Buches lautet „Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin) erwähnt.

Mit Hilfe der Zungen-, Puls- und Antlitzdiagnose mache ich mir neben der Kenntnis der Beschwerden des Patienten ein Bild über den energetischen Zustand der einzelnen Funktionskreise innerhalb der Fünf Elemente und bestimme darüber, welcher Funktionskreis wie behandelt werden sollte.

Zeigt z.B. der Funktionskreis Leber/Gallenblase zuviel Hitze, dann kann man diese Hitze über bestimmte Akupunkturpunkte ausleiten. Zeigen einzelne Organpaare Schwächezeichen, so muß diesem Funktionskreis Energie zugeleitet werden. Befindet sich sog. Wind im Körper, muß dafür gesorgt werden, dass dieser Wind die Energiebahnen nicht mehr „verstopft“ und das Qi freien Zugang zu den Organen, Geweben, etc. erhält.

Während der Therapie liegt der Patient gemütlich und zugedeckt auf der Behandlungsliege und ich reguliere durch zartes Auflegen meines Fingers auf einen Akupunkturpunkt eine Stunde lang das Fließen des Qi (Dao Yin Ann Qiao heißt wörtlich übersetzt: Mit dem Finger auf dem Punkt liegend, das Qi führen/beherrschen ) und leite darüber Hitze, Kälte oder Wind aus oder reguliere so, dass geschwächte Organe durch Qi-Zufuhr gestärkt werden können. Je nachdem, ob man ausleitend oder Energie zuführend arbeiten muss, werden unterschiedliche Punkte und Qi-Verlaufsrichtungen einbezogen. D.h. Voraussetzung für die Nutzung dieser alten Methode ist die Kenntnis der Chinesischen Medizin und ihrer theoretischen Überlegungen.

Der Patient erhält für zuhause einige Punkte genannt, die er dann selbst halten kann, um die Wirkung der Behandlung in der Praxis zu unterstützen.